Mit Psalmen durch die Zeit

Psalmen begleiten Menschen in jeder Lebenslage. Ich lese täglich welche.  

Sie beschützen mich in angstvollen Zeiten:
«5 Du  brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten / noch vor dem Pfeil, der am Mittag dahinfliegt,
6 nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht / vor der Seuche, die wütet am Mittag.» (Psalm 91)

Sie zeigen mir Worte des Dankes für Gottes Hilfe und Gaben, wie im Psalm 138, 1,3:
«1 Ich will dir danken aus ganzem Herzen / dir vor den Engeln singen und spielen; (…)
3 Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief / du gabst meiner Seele grosse Kraft.»

Sie ermutigen im Psalm 127 zu Gelassenheit und Vertrauen auf Gottes Segen:
«2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht / und euch erst spät niedersetzt,
um das Brot der Mühsal zu essen; / denn der Herr gibt es den Seinen im Schlafe.»

Sie sprechen von Verzeihung unserer Schwächen und (nicht gewollten) Fehlern:
«13 Wer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist!» (Psalm 19)

Sie irritieren (jedenfalls mich), etwa wenn der Dichter im Psalm 35 Gott um Hilfe anfleht und dabei an Krieg und Vernichtung denkt:
«3 Schwing den Speer und die Lanze gegen meine Verfolger! / Sag zu mir: ‘Ich bin deine Hilfe.’»


Psalmen zeigen Seelenzustände von Menschen, welche viele Jahre vor uns um ein sinnvolles, gutes Leben gerungen haben. Genau wie wir heute.
Sie sprechen von Menschen, die sich in ihrer Freude oder Verzweiflung an Gott gewendet haben. Wir können es heute in ihren Worten tun und dabei erfahren, wie die Worte der Dichter Einsamkeit mindern und Hoffnung auf das segensvolle Eingreifen von Gottes Weisheit in die Geschicke des Einzelnen und der ganzen Welt wecken.
Martialische Zeilen stören mich immer, auch wenn ich mir unter den Bösen keinen Menschen vorstelle, eher destruktive (innere) Stimmen oder Kräfte. Manchmal überlese ich sie  oder überlege mir Umdeutungen. Im Psalm 10 steht:
      «15 Zerbrich den Arm des Frevlers und des Bösen, / bestraf seine Frevel, / so dass man von ihm nichts mehr findet.»
Dann bete ich:
      Heile das gekränkte Herz all Jener, die Leben zerstören.
      Schenke ihnen ein neues Herz.

Klage im Angesicht von Bösem

Gott, Ursprung alles Guten,
höre meine Klage:
Die Gewalt in unserer Welt will kein Ende nehmen.
Der Hass zwischen Menschen erschüttert mich.
Die Geringschätzung des Fremden beschämt mich.
Warum sind viele so wütend auf Andersdenkende?

Höre meine Bitten:
Die Uiguren möchten in Freiheit und Würde leben.
Lass niemanden Opfer einer Ideologie sein.
Weite das Herz der Diktatoren unserer Zeit,
ganz besonders Xi Jinpings.

Flüchtlinge möchten sich geborgen fühlen.
Zeige ihnen einen sicheren Ort.
Bewahre uns vor Ignoranz des Fremden,
öffne unseren Geist.

Lass Wütende Verständnis erfahren,
und Hassende die Liebe.
Wir möchten einander begreifen,
mehr Respekt füreinander haben.

Decke aller Menschen Tische
mit so viel Nahrung, wie sie brauchen.
Wir möchten fair sein
und was wir haben teilen.

Rette uns vor Kleinmut,
einem kargen Herzen und
einem engem Geist.
Amen

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