Leid annehmen

Eine Herausforderung

Zwei Männer fragten einen Rabbi: «Wie sollen wir dieses Wort fassen:
„Der Mensch soll Gott für das Übel lobpreisend danken wie für das Gute und soll es in gleicher Freude empfangen“?»
Der Rabbi antwortete: «Geht in das Lehrhaus, da werdet ihr Sussja finden, wie er seine Pfeife raucht. Er wird euch die Deutung sagen.»
Sie gingen ins Lehrhaus und legten Rabbi Sussja ihre Frage vor. Er lachte: «Da habt ihr euch den Rechten ausgesucht! Ihr müsst euch schon an einen anderen wenden, und nicht an einen wie ich, dem zeitlebens kein Übel widerfuhr.»
Sie aber wussten: es war Rabbi Sussjas Leben vom Tag seiner Geburt an bis zu diesem Tag aus Not und Pein gewoben.
Da verstanden sie, was es heisst, Leid in Liebe empfangen.

(Aus «Die Erzählungen der Chassidim», 11. Auflage, Seite 376 (Fritz Rohrer, Grüt-Gossau ZH)

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