An einem unbeschwerten Tag

Es gibt Tage, an denen ich mich ruhig fühle. Das Leid ist leicht. Verluste schmerzen kaum. Die Sorgen sind vergessen. Wenn die Angst anklopft, öffnet ihr niemand die Tür. Zweifel bekommen keine Nahrung.
Es sind besondere Tage, ohne dass Besonderes geschieht. In mir ist es still, auch wenn die Nachbarin den Rasen mäht. Ich fühle eine sanfte, starke Kraft, bin unbeschwert – und atme Luft voller Goldflimmer ein. Gott ist am Werk. Ich will meinem Gott danken.

Danke für die innere Ruhe

Ein Tag wie dieser beglückt mich
mit der Fülle im Einfachen,
mit der Lebendigkeit in der Ruhe,
mit der Besonderheit im Gewöhnlichen,
mit dem Leben im Angesicht des Todes.
Mein Gott – ich danke dir.

Du machst mich in meiner Schwäche kräftig,
ich wage den nächsten Schritt.
Du machst meine Schwermut hell,
ich fühle Leichtigkeit und Boden –
meine Seele kann atmen.
Ich danke dir.

Täglich darf ich deine Zeichen sehen:
Die geheimnisvollen Wolkenbilder,
eine blaue Wegwarte am Strassenrand,
die ersten Schritte eines Kindes,
das Leuchten der dementen Mutter.
Mein Gott – ich danke dir.

Amen

 

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