Glaubenssätze von Dietrich Bonhoeffer über das Walten Gottes in der Geschichte

 

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind,
und dass es Gott nicht schwerer ist,
mit ihnen fertig zu werden,
als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet
und antwortet.

 

Quelle: Manfred Weber (2010): Dietrich Bonhoeffer von A bis Z: Sein Denken und Reden, sein Predigen und Beten in Schlagworten erschlossen. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, S. 74 ff.

Obige Glaubenssätze stammen aus Bonhoeffers Rechenschaftsbericht:«Nach zehn Jahren». Zehn Jahre nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft hat er darin Erkenntnisse und Erfahrungen festgehalten, geschrieben zur Jahreswende 1942/1943.

Veröffentlicht von Irina Bach, 24.4.2019

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